MAINZER ALLGEMEINE ZEITUNG

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MAINZER ALLGEMEINE ZEITUNG

Funsport: Stand-Up-Paddling eignet sich als Workout und zur Entspannung
24.05.2011 - FRANKFURT
Von Sabine Nadarzinski

Ein Hauch von Südsee-Feeling kommt auf. Die Sonne lässt das Wasser glitzern. Lässig, elegant und exotisch wirken die Sportler, die auf ihren Boards samt Paddel über das Wasser gleiten. Man könnte fast meinen, man wäre auf Hawaii und nicht mitten im Rhein-Main-Gebiet.

Stand-up-Paddling (SUP) wurde als Fortbewegungsmittel der hawaiianischen Surflehrer bekannt, um schneller zu den wellenbrechenden Riffen zu gelangen. Nun hat SUP auch in Deutschland Einzug gehalten. Fast überall wo Wasser ist, kann man den Sport betreiben. „Man steht auf einem großen Brett, hat ein langes Paddel in der Hand und paddelt“, erklärt Robin Kassel, SUP-Lehrer bei Windsurfing Rhein-Main. Es heißt, SUP wäre nicht anstrengenden als Wandern und für jeden normal sportlichen Menschen zu erlernen. „Es ist ganz einfach“, sagt auch Kassel. Grundvoraussetzung ist nur, dass man schwimmen kann. „Wer sich unsicher fühlt, bekommt von uns eine Schwimmweste“, sagt Kassel.

Mir reicht ein Neoprenanzug, der mich vor dem 16 Grad kalten Wasser schützt. Doch nass werde ich trotzdem, verspricht Kassel. „Wenn Du schon einen Neoprenanzug trägst, wirst Du auch nass.“ Klingt für mich danach, als ob die Profis schon dafür sorgen würden, dass die Anfänger ins Wasser fallen. Zunächst knie ich mich auf mein Board, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Doch schon nach kurzer Zeit wage ich den Schritt und stelle mich auf das Board. Jetzt heißt es, Balance halten, die Beine etwas beugen und stehen bleiben.

Angesagt bei Hollywood-Stars

Wasserratten können SUP als Workout und Fitnesstraining betreiben – sehr angesagt bei Hollywood-Stars – oder zum Entspannen und ganz gemütlichen paddeln. „Paddelt man mit einer höheren Geschwindigkeit, ist es sehr anstrengend. Dabei wird der komplette Körper belastet“, so Kassel. „Oder man lässt sich mit der Strömung treiben, dann ist es einfach.“

Wir machen bei meinem ersten SUP-Training beides. Erst flussaufwärts und danach gemütlich treiben lassen. Ab und an kämpfe ich zwar mit dem Gleichgewicht und gerate ins Straucheln, aber bis auf meine Füße bin ich trocken – noch. Denn Kassel soll recht behalten: Ich werde nass. Als die Profis mir mit dem Paddel einen kurzen Stoß versetzen, ist es mit der Balance auf dem wackeligen Board schnell vorbei und ich platsche ins Wasser.

Robin Kassel macht schon seit vier Jahren SUP und steht sicher auf dem Brett. Kassel kam aus dem Wellenreitbereich und hat SUP für sich als Fitnesstraining entdeckt. In den Sommermonaten steht Kassel lieber auf dem Board als im Fitnessstudio. Dieses Jahr ist er seit Anfang März auf dem Main unterwegs – bei acht Grad Wassertemperatur und dicken Neoprenanzügen. „Mittlerweile sind wir eine große Clique, die sich regelmäßig trifft.“ Aber auch Anfänger seien jederzeit willkommen und bekommen vom Team eine komplette Ausrüstung gestellt und eine kurze Einweisung.

Stand-up-Paddling kann jeder lernen

Seit 35 Jahren gibt es die Sportart Stand-up-Paddling bereits, doch erst seit ein paar Jahren erfreut sie sich größerer Beliebtheit. Die Boards gibt es in verschiedenen Breiten und Längen. „Weil es für jeden das passende Brett gibt, kann es auch jeder erlernen“, sagt Kassel. Man muss weder ein durchtrainierter Profisportler sein, noch braucht man Wind und Wellen. „Es macht einfach tierisch Spaß“, sagt Kassel.